Die Einrichtung eines Esoterikgeschäfts ist eine besondere Herausforderung: Viele Produktgruppen sind optisch auffällig und umfassen zugleich zahlreiche kleine Artikel. Räucherwerk, Mineralien, Kerzen, Pendel, Öle und Esoterikbücher können die Verkaufsfläche schnell überladen. Erfolgreiche Warenpräsentation bedeutet deshalb nicht, den gesamten Lagerbestand zu zeigen. Sie soll Kunden durch das Sortiment führen und ihnen helfen, sich auf Anhieb zurechtzufinden.
Jeder Ladenfläche eine klare Aufgabe geben
Schon beim Betreten sollten Besucher erkennen können, wofür Ihr Geschäft steht. Dafür genügen einige wichtige Warengruppen, ein neuer Artikel oder eine saisonale Präsentation. Zu viele Produkte und Werbebotschaften direkt am Eingang überfordern dagegen leicht, weil Kunden nicht wissen, wohin sie zuerst gehen sollen.
Im mittleren Ladenbereich können regelmäßig gekaufte Produkte stehen. Wandregale eignen sich für umfangreichere Sortimente mit vielen sichtbaren Einzelartikeln. Im hinteren Teil lässt sich eine attraktive Produktgruppe präsentieren, die Kunden dazu einlädt, die gesamte Verkaufsfläche zu erkunden.
Nach Kundenbedürfnissen statt ausschließlich nach Lieferanten ordnen
Die meisten Besucher kommen nicht allein wegen einer bestimmten Marke. Sie suchen Räucherwerk, eine Kerze, Tarotkarten, ein Ritualöl oder ein Produkt aus einer konkreten Tradition. Deshalb muss die Gliederung auch ohne Kenntnisse der Lieferanten verständlich sein. Innerhalb einzelner Warengruppen können Marken anschließend als zusätzliches Ordnungskriterium dienen.
Wenn Sie mehrere spirituelle oder religiöse Traditionen führen, sollten Sie Zusammenstellungen vermeiden, die deren Eigenständigkeit verwischen. Unser Beitrag Esoterikprodukte nach Traditionen sinnvoll präsentieren erläutert diese Vorgehensweise.
Wertvolle Verkaufsflächen gezielt nutzen
Plätze auf Augenhöhe, Regalstirnseiten und Bereiche in Kassennähe haben häufig einen besonderen Verkaufswert. Sie können besonders gefragten Artikeln, Neuheiten, einer strategisch wichtigen Produktlinie oder passenden Ergänzungen zum Hauptsortiment vorbehalten werden.
Diese Platzierung sollte anhand der Ergebnisse überprüft werden. Es ist nicht zwangsläufig sinnvoll, ausschließlich die teuersten Produkte auf den attraktivsten Flächen zu zeigen. Ein erschwinglicher Blickfang kann Kunden an eine ganze Warengruppe heranführen und dadurch insgesamt mehr Umsatz auslösen.
Sinnvolle Produktkombinationen anbieten
Beim sogenannten Cross-Merchandising präsentieren Sie Artikel gemeinsam, die sich im Gebrauch tatsächlich ergänzen: Räucherstäbchen und passende Halter, Räucherharze und Räucherkohle, Kerzen und sichere Unterlagen, Pendel und Pendeltafeln oder Karten und passende Tücher. Solche Zusammenstellungen erleichtern zusätzliche Käufe, ohne dass dafür ein Rabatt notwendig ist.
Unser Artikel Den durchschnittlichen Warenkorb erhöhen erklärt die wirtschaftliche Seite dieser Strategie.
Auf Beleuchtung und gute Lesbarkeit achten
Eine dunkle Atmosphäre kann zum Erscheinungsbild Ihres Geschäfts passen. Sie sollte jedoch nicht verhindern, dass Kunden Preisschilder lesen oder die Farben von Steinen, Kerzen und Verpackungen unterscheiden können. Sorgen Sie zunächst für eine ausreichende Grundbeleuchtung. Einzelne Lichtquellen können anschließend ausgewählte Bereiche hervorheben.
Preisschilder und wichtige Produktinformationen müssen gut sichtbar sein. In Frankreich weist die Verbraucherschutzbehörde DGCCRF darauf hin, dass Verbraucher vor dem Kauf über Preise informiert werden müssen. Ein sorgfältig gestaltetes Ambiente ersetzt keine verständliche Preisauszeichnung.
Bewegungsfreiheit und Barrierefreiheit erhalten
Zusätzliche Regale vergrößern die Ausstellungsfläche, können aber die Bewegungsfreiheit einschränken. Laufwege müssen nutzbar bleiben, Türen und Ausgänge frei und die Einrichtung mit den geltenden Vorschriften für öffentlich zugängliche Einrichtungen vereinbar sein.
Das französische Portal Service Public Entreprendre informiert über die Barrierefreiheit solcher Einrichtungen. Diese Anforderungen sollten schon bei der Planung des Mobiliars berücksichtigt werden und nicht erst nach dem Aufbau.
Den Kassenbereich sinnvoll gestalten
In Kassennähe lassen sich kleine ergänzende Produkte anbieten. Der Bereich sollte allerdings nicht zur Abstellfläche werden. Einige leicht verständliche Artikel sind meist sinnvoller als eine Vielzahl erklärungsbedürftiger Produkte. Gleichzeitig muss genug Platz für das Verpacken von Einkäufen und die Bearbeitung von Rücksendungen bleiben, ohne den Durchgang zu blockieren.
Die Wirkung von Änderungen messen
Auch eine durchdachte Ladeneinrichtung sollte sich weiterentwickeln. Das Umstellen einer Produktlinie, bessere Beschriftungen oder die Verkleinerung einer Kategorie können Verkäufe beeinflussen. Notieren Sie deshalb solche Änderungen und beobachten Sie über mehrere Wochen die Entwicklung der betroffenen Warengruppen.
Eine gute Warenpräsentation macht Ihr Geschäft leichter verständlich. Sie ersetzt weder ein passendes Sortiment noch kompetente Beratung, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden selbstständig geeignete Produkte entdecken und die Besonderheiten Ihres Geschäfts erkennen.