Eine durchdachte Sortimentsplanung bedeutet nicht, möglichst viele Artikel in die Regale zu stellen. Ein gutes Sortiment übersetzt die Positionierung Ihres Fachgeschäfts in konkrete Entscheidungen: Welche Warengruppen möchten Sie anbieten? Wie groß soll die Auswahl innerhalb dieser Gruppen sein, auf welchem Preisniveau und mit welchen Lagerbeständen?
Mit dem Esotericæ-Sortimentsplaner können Sie diese Überlegungen in die Praxis umsetzen: Wählen Sie den Schwerpunkt und die Warengruppen Ihres Geschäfts und tauschen Sie Artikel aus oder entfernen Sie diese. Mit einem freigeschalteten Geschäftskundenkonto können Sie Budget und Mengen anpassen, bevor Sie die Kosten Ihrer Auswahl berechnen.
Im Esoterikhandel liegt die Herausforderung in der Vielfalt der Produkte. Räucherwerk, Kerzen, Divinationsartikel, Ritualöle, Pulver, Mineralien, Esoterikbücher, Zubehör und Artikel verschiedener Ritualtraditionen können schnell mehrere Tausend unterschiedliche Produkte ergeben. Ohne klare Struktur verteilt sich das Einkaufsbudget auf zu viele Positionen, während Kunden die Schwerpunkte Ihres Geschäfts kaum erkennen können.
Sortimentsbreite und Sortimentstiefe unterscheiden
Die Sortimentsbreite bezeichnet die Zahl der angebotenen Warengruppen. Die Sortimentstiefe beschreibt, wie viele unterschiedliche Artikel Sie innerhalb einer Warengruppe führen. Ein kleines Geschäft kann beispielsweise sechs Hauptkategorien mit einer sorgfältig ausgewählten Vielfalt anbieten, während ein größeres Fachgeschäft deutlich mehr Themenwelten abdecken kann.
Problematisch wird es, wenn Sie mit einem begrenzten Budget zu viele verschiedene Warengruppen eröffnen. Besteht eine Kategorie nur aus zwei oder drei vereinzelten Produkten, wirkt sie oft unvollständig und bindet dennoch Lagerkapital. Meist ist es sinnvoller, zunächst einige überzeugende Sortimentsbereiche aufzubauen und das Angebot entsprechend der tatsächlichen Nachfrage zu erweitern.
Jeder Produktgruppe eine wirtschaftliche Funktion geben
Nicht jeder Artikel erfüllt dieselbe Aufgabe. Manche Produkte bringen regelmäßig neue oder wiederkehrende Kunden in den Laden. Andere erhöhen den durchschnittlichen Warenkorb. Wieder andere verleihen einer Kategorie die notwendige Tiefe und unterstützen Ihre Positionierung als kompetenter Fachhändler. Neue Artikel können schließlich dazu dienen, eine bislang unbekannte Nachfrage zu testen.
Für den Start empfiehlt sich, den größten Teil des Einkaufsbudgets für wichtige, gut nachbestellbare Kernartikel vorzusehen. Ein kleinerer Betrag kann der Erweiterung bestehender Warengruppen und ein begrenztes Testbudget neuen Produkten dienen. Die genaue Aufteilung hängt von Ihrem Geschäftskonzept ab und sollte als flexible interne Planungsregel statt als starre Prozentvorgabe verstanden werden.
Eine sinnvolle Preisstaffelung je Warengruppe aufbauen
Eine Kategorie, die nur eine einzige Preisklasse abdeckt, bietet wenig Auswahl. Bei Pendeln, Räucherwerk, Kerzen oder Orakelkarten ist es sinnvoll, erschwingliche Einstiegsartikel, ein tragendes mittleres Sortiment und einige höherwertige Varianten anzubieten. Damit berücksichtigen Sie unterschiedliche Kaufanlässe, ohne künstlich zahlreiche nahezu identische Produkte aufzunehmen.
Unterschiedliche Traditionen klar erkennbar halten
Ein Geschäft kann Produkte verschiedener Traditionen vertreiben, ohne sie als beliebig austauschbar darzustellen. Santería, Hoodoo, europäische Bräuche, zeremonielle Magie und christliche Andachtspraktiken besitzen unterschiedliche Geschichten und Anwendungen. Warenpräsentation, Produktbeschreibungen und Mitarbeiterschulung sollten diese Unterschiede nachvollziehbar machen.
Unser Ratgeber Esoterikprodukte nach Traditionen sinnvoll ordnen geht näher darauf ein. Eine klare Unterscheidung verbessert sowohl die Beratung als auch die Glaubwürdigkeit Ihres Fachgeschäfts.
Verkaufszahlen als Entscheidungsgrundlage verwenden
Nach einigen Monaten sollten Sie das Sortiment anhand tatsächlicher Verkaufsdaten überprüfen. Schnell drehende Artikel mit ausreichender Handelsspanne können eine größere Auswahl und höhere Bestellmengen rechtfertigen. Langsam verkaufte Produkte erfordern eine genauere Betrachtung: Stärken sie das Fachprofil des Geschäfts, fördern sie ergänzende Käufe oder beanspruchen sie lediglich Kapital und Regalfläche?
Unser Beitrag Welche Esoterikprodukte eignen sich für den Fachhandel? unterstützt dabei, die unterschiedlichen Warengruppen wirtschaftlich zu beurteilen.
Versteckte Sortimentsdoppelungen vermeiden
Zwei Produkte können unterschiedlich verpackt sein und dennoch denselben Bedarf im gleichen Preissegment bedienen. Vermehren sich solche Doppelungen, verkaufen sich die einzelnen Artikel langsamer und der gesamte Lagerbestand steigt. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, welche Produkte miteinander konkurrieren, ohne Ihren Kunden tatsächlich zusätzliche Auswahl zu bieten.
Ein Sortiment schaffen, das sich weiterentwickelt
Ein gutes Sortiment bleibt in Bewegung. Neben einem stabilen Kern aus bewährten Artikeln sollte Raum für begrenzte Neuerungen sein. Neuheiten machen das Geschäft interessant, sollten aber zunächst in kleineren Mengen getestet werden, bevor sie dauerhaft ins Sortiment aufgenommen werden.
Neue Warengruppen können auch schrittweise eingeführt werden. Unser Ratgeber Eine neue Produktlinie im Esoterikgeschäft einführen erklärt, wie Sie ihr Potenzial prüfen, bevor Sie größere Mengen einkaufen.
Ein stimmiges Sortiment erkennen Sie folglich daran, dass es zur Kundschaft passt, die Positionierung Ihres Fachgeschäfts verständlich macht und Ihr Einkaufsbudget in regelmäßige Verkäufe umsetzt. Die bloße Anzahl unterschiedlicher Artikel ist dabei zweitrangig.
Um die Preisstaffelung Ihrer ausgewählten Artikel zu überprüfen, testen Sie einige Produkte mit unserem Margenrechner. Vergleichen Sie die Stückkosten, den Verkaufspreis inklusive Mehrwertsteuer und das Ergebnis nach den eingegebenen Zusatzkosten, bevor Sie größere Mengen einkaufen.